Alles digital?! Digitalisierungswelle überrollt Versicherer.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat vor kurzem aktuelle Zahlen zu den Kommunikationskanälen veröffentlicht, über die Versicherungsanbieter mit ihren Kunden in Kontakt treten. Diese belegen, dass bis jetzt nur ein Drittel aller Schreiben die Kundschaft auf digitalem Wege kontaktieren. Da sind die Kunden, was die Digitalisierungs-Affinität betrifft, laut Statistiken ihren Versicherungsunternehmen definitiv einen Schritt voraus.

„Die Entwicklung zeigt, dass die Kunden immer öfter digitale Kommunikationswege nutzen“, erläutert GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland in einer Pressemitteilung. „Darauf müssen wir uns einstellen”, so Erdland weiter, weshalb die Branche derzeit beschloss, viele Millionen in die digitalen Angebote zu investieren.

Während man sich in den Digitalisierungswerkstätten der Versicherungsunternehmen aktuell noch daran macht, die Prozessmechanismen anzukurbeln, gibt es längst Versicherungsdienstleister (Makler, Tarifwechsel-Berater), deren Kundenkommunikation seit Jahren auf modernen Wegen stattfindet. Das beschränkt sich nicht nur auf die Korrespondenz mit der Kundschaft, sondern sogar auf längere Beratungsgespräche via Telefon, bei denen der Kunde schon bei rudimentärer PC-Ausrüstung schnell und unkompliziert der Sicht auf den Bildschirm des Beraters zugeschaltet werden kann.

Auch diese Konkurrenz wird den Versicherern angesichts eigener Entwicklungsrückschritte einstweilen zum Verhängnis. Denn zwar werden Millionen in den Digitalisierungs-Boom investiert, jedoch drohen die Maßnahmen wirkungslos zu verpuffen. Laut Marketingstrategen Dr. Dirk Schmidt-Gallas und Frank Gehrig von der Simon-Kucher & Partners Strategy & Marketing Consultants GmbH gebe es bis jetzt nämlich nur bei wenigen Versicherungsgesellschaften ein klar definiertes Zielbild.

Den multimedialen Ansprüchen einer in ihrem Kommunikationsbedarf und dem technischen Knowhow bunt vertretenen Klientel drohen die Assekuranz-Vertreter deshalb nicht mehr so schnell gerecht zu werden. Dies könnte zukünftig Inkonsistenz in Preisen, Produkten und Prozessen zur Folge haben.

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