Auswege aus der Pflegefalle

Es ist hinlänglich bekannt, dass die gesetzliche Absicherung von Pflegeleistungen lediglich eine Art Teilkasko-Versicherung darstellt. Eine umfassende Versorgung wird durch diese nicht gewährleistet. Damit ergibt sich, wie in Artikel „Sorge um die Pflege: Sind die Kosten im Alter noch tragbar?“ beschrieben, ein erhebliches finanzielles und persönliches Risiko für diejenigen, die pflegebedürftig werden bzw. einen Pflegebedürftigen in der Familie zu versorgen haben.

Einen Ausweg aus der Pflegefalle bietet eine private Pflegezusatzversicherung, denn sie stellt eine sinnvolle Ergänzung zum Versicherungsmindestschutz dar. Über spezielle Pflegezusatztarife, z.B. in Form von Tagegeldern, lässt sich der Versicherungsschutz für den Pflegebereich aufbessern. Eine Pflegezusatzversicherung kann bis zum 75. Lebensjahr abgeschlossen werden und sichert Sie im Härtefall ab.

Um die optimale Absicherungsvariante für den Pflegefall möglichst genau auszuwählen, ist es sehr wichtig, zunächst die persönliche Lebenssituation individuell zu erfassen und die mögliche Zusatzversicherung gezielt daran anzupassen.

Diese Möglichkeiten der zusätzlichen Absicherung stehen Ihnen dabei zur Verfügung:

Pflegekostenversicherung

Die günstigste Form einer Pflegezusatzversicherung ist die Pflegekostenversicherung. Bei dieser beteiligt sich die Versicherung bei Pflegebedürftigkeit anteilig (in zuvor festgelegter Prozenthöhe) bis zu 100% an den Rest-Pflegekosten, die nach Abzug der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung übrig bleiben. Die für die Pflege entstandenen Kosten müssen also durch Rechnungsnachweise belegt werden, wodurch der Kunde nicht frei über die Versicherungsleistung verfügen kann.

Ein Vorteil der Pflegekostenversicherung ist, dass Kosten für Hilfsmittel (Rollstuhl, Gehhilfen etc.) in den meisten Tarifen ebenfalls erstattet werden. Je nach Tarif können Pflegegrade individuell versichert werden. Eine Absicherung des Demenzrisikos ist in der Regel genauso vorgesehen wie die Möglichkeit einer Dynamik und Assistenzleistungen.

Dennoch dienen Pflegekostentarife häufig nur der Aufstockung der Pflegepflichtversicherung, da sie sich an den tatsächlich angefallenen Pflegekosten orientieren und etwas unflexibel sind. Zudem kommt es analog zu den Kostenentwicklungen zu laufenden Anpassungen der Beiträge.

Pflegetagegeldversicherung

Anders ist es bei der Pflegetagegeldversicherung, bei der die Pflegeleistungen nicht mit dem Versicherer direkt abgerechnet werden und der Versicherte über das ausgezahlte Geld selbst bestimmen kann. Sobald der Versicherte seine Pflegebedürftigkeit nachweisen kann, zahlt die Pflegetagegeldversicherung ihm einen zuvor vereinbarten Geldbetrag pro Pflegetag aus. Der Tagessatz wird dabei entsprechend dem vom Medizinischen Dienst attestierten Pflegegrad vereinbart.

Bei ambulanter Pflege wird nur ein geringer Anteil der Versicherungsleistung fällig, bei notwendiger stationärer Pflege dann 100%. Die Möglichkeit des Einschlusses einer Dynamik ist in der Regel ebenso gegeben wie verschiedene Assistenzleistungen.

Der Vorteil einer Pflegetagegeldversicherung liegt zunächst im günstigen Beitrag. Dieser ist deshalb so günstig, weil die Leistungen festgeschrieben sind und sich nicht durch Zinsen und Gewinne erhöhen. Die Pflegetagegeldversicherung ist eine Risikoversicherung. Es wird eine Altersrückstellung nach dem Kapitaldeckungsprinzip gebildet, die eine Prämienerhöhung im Alter verhindern soll. Bei Kündigung des Tarifs geht das Guthaben aus der Altersrückstellung auf die Versicherungsgemeinschaft über. Sollte der Leistungsfall bis zum Tod nicht eintreten, ist keine Todesfallleistung vorgesehen.

Unabhängig von den tatsächlich anfallenden Pflegekosten stellt diese Form der Pflegezusatzversicherung ein wichtiges Zusatzeinkommen für Pflegebedürftige dar.
Eine besondere Form der Pflegetagegeldversicherung ist die staatlich geförderte Pflege Bahr.

Pflegerente

Die bei Pflegebedürftigkeit eintretende Versorgungslücke kann auch durch eine private Pflegerentenversicherung geschlossen werden. Dabei fallen die Beiträge umso geringer aus, je früher die Police abgeschlossen wird. Die Pflegerentenversicherung bietet eine lebenslange Monatsrente, wenn eine Pflegebedürftigkeit eintritt. Kostennachweise sind dabei nicht erforderlich und über die Versicherungsleistung kann frei verfügt werden. Die Rentenhöhe kann der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss für jeden Pflegegrad selbst bestimmen.

Die Zahlung der Pflegerente ist unabhängig von den tatsächlichen Pflegekosten. Es erfolgt auch keine Unterscheidung nach ambulanter und stationärer Pflege. Neben möglichen Zusatzoptionen, wie zusätzlichen Sonderzahlungen im Pflegefall oder Dynamik, bietet die Pflegerentenversicherung oftmals die Möglichkeit, eine Todesfallleistung einzuschließen. Diese wird gezahlt, sofern kein Leistungsfall bis zum Tod eingetreten ist.

Die Kalkulation der Prämien erfolgt nach Art der Lebensversicherung (Kapitaldeckungsverfahren) und sichert somit die dauerhafte Prämienstabilität. Durch die verschiedenen Möglichkeiten der Beitrags-/Prämienzahlung (unterjährig-lebenslang oder abgekürzt, Einmalbeitrag oder Mischformen) kann die Versicherung an die individuellen Gegebenheiten des Kunden angepasst werden.

Zwar ist die Pflegerente die teuerste Vorsorgeform im Pflegefall, dafür garantiert sie die Stabilität der Beiträge und wird von Beitragsanpassungen nicht tangiert.

Nutzen Sie den folgenden Rechner, um einen Überblick über die passendsten Tarife der Pflegerenten- und Pflegekostenversicherung zu erhalten:

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