Immer mehr Bürger von Altersarmut bedroht

Das Phänomen Altersarmut macht aktuell Schlagzeilen. Dabei sind vor allem Frauen und Geringverdiener auf die Grundabsicherung vom Staat angewiesen.

Gleich mehrere Studien haben ergeben, wovor jeder im Alter Angst hat: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, um einen finanziell abgesicherten Lebensabend zu genießen. Eine vom Statistischen Bundesamt durchgeführte Studie macht Erschreckendes transparent: Im Jahr 2012 waren 465 000 Menschen auf Hilfe vom Staat angewiesen. Es sind 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Grundsicherung: Wie viel ist das?

Auch wenn der Staat Rentnern unter die Arme greift, bedeutet das zwar finanzielle Entlastung, von einem behaglichen Lebensabend kann jedoch nicht die Rede sein. Die Grundsicherung kann beansprucht werden, wenn das gesamte monatliche Einkommen unter 758 Euro liegt. Die Höhe des Zuschusses entspricht dem Arbeitslosengeld II für Hartz-IV-Bezieher und beträgt 382 Euro für Alleinstehende oder 345 Euro für Partner und Eheleute. Erstattet werden ebenfalls die Miet- und Heizkosten.

750 Millionen Euro Schulden: Von Altersarmut in der PKV

Das Problem der Altersarmut wurde im Laufe der Jahre zum Problem der Privaten Krankenversicherung oder besser gesagt der Privatversicherten. Man könnte sogar sagen die PKV gilt als Ursache für Altersarmut bei Privatpatienten. Die Beiträge verdoppeln sich häufig im Laufe der Versicherungsjahre, sodass Privatversicherte mehr für ihre Krankenversicherung ausgeben müssen, als sie an Einkünften in Form von Rente oder Pension erzielen können. Viele flüchten in solchen Fällen in den Basis- oder Standardtarif, die wegen des schlechten Preis-Leistungs-Verhältnisses als letzes Übel gelten. Seit August 2013 gibt es den Notlagentarif  mit dem private Krankengesellschaften circa 144.000 säumigen Versicherten einen Schuldenerlass ermöglichen. Schließlich belaufen sich die Rückstände in der PKV nach Schätzung des PKV-Verbandes auf circa 750 Millionen Euro. Eine horrende Summe, die eindeutig von einer Reformbedürftigkeit der Privaten Krankenversicherung, gar des gesamten deutschen Gesundheitssystems zeugt.

 

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5 thoughts on “Immer mehr Bürger von Altersarmut bedroht

  1. Das Beitragszahlungen in der PKV mit zunehmendem Alter nicht mehr zu leisten sind, gilt nicht nur für Rentner, ebenso betroffen Freiberufler und Selbständige (Beamte ausgenommen) und hat ein ebenso langen Bekanntheitsgrad und immer neu getauft mit neuen Begriffen.
    Monatliche Belastungen und hoher Selbstbehalt – eine Realität. Dauerhaft ungesund in erster Linie des Bürgers, der Privaten und gesetzlichen Versicherer, d.h. gesamtwirtschaftlich. Die private Versicherung hat ja nun nicht nur schlechtes, wie auch die gesetzliche. Die mündigen Bürger sind betroffen.
    Vielleicht ginge eine Vorwärtsbewegung bei all dem komplexen und gesetzlichen Regelwerk. Ein Ausrichten auf alternative Ansätze, flexiblere, anpassungsfähige Tarife, Lösungen für genau diese Situationen, Pflegevers. z.B. einzeln, Kombinieren etc. etc. Anstatt starre, festgezogene, begrenzte Aussagen: Keine Alternativen ab 55 +, keine Lösung, keine Wahlmöglichkeit – bis nichts mehr geht ? Das kann wohl nicht das Ziel sein.
    Deshalb einfachere Handhabung anstatt begrenzen, da wäre die Politik gefragt. Es muss ja nicht alles immer extrem werden um Lösungen zu finden.
    Unterschiede sind gar groß; manche erheben Zuschläge, manche nicht, manche haben so viele Tarife, manche schließen diese wieder, wenn sie nicht „laufen“ – Türe zu. Welche ein Glück noch da rechtzeitig rauszukommen um in das andere hinein.
    Beitragsgarantien bei Abschlüssen – Verteilung, Verwendung – da stellen sich doch Fragen.

  2. Da die FDP ja nun nicht mehr da ist könnte sich etwas bewegen!
    Da muss dringend korrigiert werden:
    – der Arzt lacht sich krank, bekommt er für das gleiche Gespräch das 3-fache
    – der Versicherung ist es egal, legt sie es einfach im nächsten Jahr auf die Beiträge um
    – in der PKV gefangen, kommt man da nicht wieder raus
    – in der GKV gab es mal Wettbewerb, jetzt gilt der höchste Tarif für alle, komisch dass sich für die „Kunden“ nichts verbessert hat.

    Wir brauchen die Bürgerversicherung: festgelegte Leisungen für alle und alle zahlen ein. Dann können die Versicherungsunternehmen konkurrieren und den besten Preis kalkulieren – das ist dann freie und soziale Marktwirtschaft

  3. Kein Kommentar ! Ich bin einer von den 144.000 also nicht mehr in der PKV, Ich
    wurde „entfernt“, überlege mit meinen 75 Jahren ob ich überhaupt noch einmal
    mich bemühen soll in eine PKV zu kommen. Gibt es Versicherungen, die auch so
    alte „Säcke“ aufnehmen ??
    Wenn würde ich am liebsten nur eine Vers. haben für den stationären Bereich mit
    hohen Eigenleistungen. Wenn jemand etwas wissen sollte, bin ich dankbar.
    mfg HG

  4. Wer sich in der heutigen Zeit nicht zusätzlich privat absichert und Vorsorge betreibt, der rutscht im Alter automatisch in die Altersarmut. Das muss einfach verhindert werden, denn nicht jeder hat die Möglichkeit, sich zusätzlich abzusichern, allerdings das Recht auch im Alter in Ruhe zu leben, ohne ständig über das Geld nachdenken zu müssen.

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