Krankenversicherung, die krank macht? Beitragsanpassungen 2014.

Nach und nach geben immer mehr private Krankenversicherer ihre Beitragserhöhungen für 2014 bekannt. Wenn die Beitragssteigerungen auch nicht bei allen Versicherern flächendeckend sind und insbesondere Neukunden betreffen, sitzt auch bei Bestandskunden die Angst vor erneut in die Höhe schießenden Prämien tief. Denn wie der Verband der privaten Krankenversicherung mitteilte, müssen rund 2,9 Millionen PKV-Versicherte für das neue Jahr mit einer Beitragsanpassung rechnen. Dies entspricht in etwa einem Drittel der privat Krankenversicherten in Deutschland.
Obgleich mehrere Versicherer eine Beitragsgarantie ausgesprochen haben, sieht die Prämienstabilität bei näherem Hinschauen zahlreiche Ausnahmen vor.

Namhafte Versicherer wie die Signal Iduna oder die DKV geben zwar für viele ihrer Volltarife eine Beitragsgarantie bis zum Jahr 2015 ab. Jedoch sind einige Tarife davon ausgenommen. So teilte das zum Signal-Iduna-Konzern gehörende PKV-Unternehmen Deutscher Ring z.B. mit, dass die Basis-und Standardtarife von der Beitragsgarantie grundsätzlich ausgeschlossen seien. Auch für einige Frauen- und sämtliche Unisextarife kann der Deutsche Ring hinsichtlich einer Beitragsgarantie noch keine Aussage treffen. Des Weiteren betrifft die Beitragsgarantie nur Bestandskunden. Neukunden müssen mit höheren Einstiegstarifen in der Krankenvollversicherung rechnen.

Auch die Deutsche Krankenversicherung AG (DKV) hat für Bestandskunden eine Beitragsgarantie bis zum 31.3.2015 ausgesprochen, die nur bestimmte Tarife der Vollversicherung, wie z. B. die BestMed-Reihe erfasst und bei Beitragserhöhungen im Rahmen einer “bedingungsgemäßen Alterseinstufung“ durchaus Ausnahmen vorsieht.

Während  Versicherte bei der Allianz im Jahr 2013 Beitragserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen mussten, bleiben im neuen Jahr alle Tarife der Akti-Med-Serie preisstabil. In einigen Tarifen erfolgt sogar eine Beitragsanpassung nach unten. Beitragserhöhungen 2014 gibt es jedoch für Kinder in den Tarifen AM-P100. Zudem gibt es Beitragsanpassungen in Tarifen, in denen noch unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen bestehen.
Anders als bei anderen Versicherern erstrecken sich die Beitragsgarantien sowohl auf Neu-wie auch auf Bestandskunden.

Ähnlich ist es bei der Barmenia, die für das Neukundengeschäft und auch für Bestandskunden in nahezu allen Tarifen bis zum 31.12.2014 Beitragsgarantien ausgesprochen hat. Dies betrifft die PKV-Vollversicherungstarife für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler. Auch die Tarife für Mediziner sind von den Beitragsgarantien, mit Ausnahme des Tarifs VZD1+, erfasst. Nicht von der Beitragsgarantie betroffen sind jedoch vielfach Tarife für Versicherte unter 18 Jahren.

Während Versicherte der Universa in einigen beliebten CLASSIC- und ECONOMY-Tarifen 2014 mit keiner Beitragserhöhung zu rechnen haben, zahlen Neukunden für einzelne Angebote mit Privat-Kompaktschutz künftig mehr. Doch neben Erhöhungen der einen und der Stabilität der anderen Beiträge verspricht die Universa in einigen Unisex-Tarifen sogar Beitragssenkungen.

Auch Kunden der Gothaer können zunächst aufatmen. Der Krankenversicherer hat für die meisten seiner Angebote für Bestands- und Neukunden eine Beitragsgarantie bis ReJanuar 2015 ausgesprochen. Die Beiträge bleiben sowohl im Vollversicherungstarif „MediVita“ auch als in den Zusatztarifen „MediClinic“, „MediVitaZ“ und „MediNatura“ stabil. Wie die Pressemitteilung des Versicherers jedoch belegt, wird diese Beitragsgarantie nicht für alle Tarife einheitlich, sondern nur für einige wenige Tarifoptionen gewährt.

Die Central Krankenversicherung, deren Kunden in den vergangenen zwei Jahren mit teils enormen Beitragsanpassungen zu kämpfen hatten, muss dagegen 2014 eine erneute Beitragserhöhung  vornehmen. Obwohl die Central bereits im Juni 2013 von einer Beitragserhöhung für 2014 gesprochen hat, sind die Daten noch immer nicht konkret.

Was sind die Ursachen für Beitragserhöhungen?

Während 2013 vor allem die Einführung der Unisex-Tarife zu steigenden Prämien für Neukunden geführt hat, sind die Gründe für die Beitragserhöhung zum nächsten Jahr andere. Nicht nur steigende Kosten im Gesundheitswesen und die Zunahme des durchschnittlich erwarteten Lebensalters belasten zunehmend Versicherer und somit auch Versicherte. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase macht bei vielen privaten Krankenversicherern für 2014 eine Beitragsanpassung notwendig. Grund für die Absenkung des sogenannten Rechnungszinses ist die aktuelle Marktlage, die das Verzinsen der Alterungsrückstellungen mit 3,5 Prozent schwierig macht. Diese Zinsen werden jedoch von den Versicherern benötigt, um die Gesundheitskosten ihrer Kunden im Alter zu decken. Wird der Rechnungszins von 3,5 auf 2,75 Prozent gesenkt, müssen Krankenversicherer die normalerweise durch einen höheren Rechnungszins gewonnenen Einnahmen nun anderweitig erwirtschaften.

Die jüngste Überprüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ergab, dass insgesamt 18 Unternehmen in der Zukunft den Rechnungszins von 3,5% nicht mehr erreichen werden, sodass auch Versicherte, die von der Beitragsanpassung zunächst verschont bleiben, mittelfristig mit steigenden Prämien konfrontiert werden.

Wie hoch die Beitragserhöhungen im Jahr 2014 jeweils ausfallen, ist  noch nicht bekannt. Spätestens Ende November werden die PKV-Unternehmen ihre Mitglieder über eine etwaige Beitragserhöhung schriftlich informieren.

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2 thoughts on “Krankenversicherung, die krank macht? Beitragsanpassungen 2014.

  1. Ich bin seit Jahren sehr zufrieden mit meiner PKV (HUK-Coburg), bin als Pensionär (ehe. OStR ) allerdings nur mit 30% für meine Frau und mich dort versichert, 70 % trägt die Beihilfe des Landes NRW. Auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel werden meist anteilig bezahlt. Nichterstattungen erfolgen fast immer durch die Beihilfestelle. Auch die Beiträge hat HUK-Coburg seit Jahren nur um einige Euro erhöht. Mit freundlichen Grüßen B.Schimion

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