Was Sie über Reiseimpfungen wissen sollten

Ebenso wie eine Auslands- bzw. Reisekrankenversicherung gehören auch Impfungen zu den unbedingt notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen vor Antritt eines Urlaubs. Insbesondere dann, wenn Sie ein exotisches Reiseziel ausgewählt haben, dessen medizinische Versorgung nicht unbedingt der Deutschen entspricht, sollten Sie sich rechtzeitig über die empfohlenen Impfungen informieren.

Eine Tollwut-Impfung beispielsweise, die vor allem für Reiseziele wie Indien, Thailand und andere Länder in Südostasien, sowie Afrika und Südamerika empfohlen wird, erstreckt sich über drei Dosen/Injektionen, die in einem Zeitraum von 21 bzw. 28 Tagen verabreicht werden. Es zeigt sich also, dass Sie für einige Impfungen eine entsprechende Vorlaufzeit einplanen sollten.

Welche Impfungen zählen zu den Reiseimpfungen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, neben speziellen Reiseimpfungen für exotische Länder auch den Basisschutz kontrollieren zu lassen. Die folgenden Impfungen werden als Reiseimpfungen eingeordnet:

  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Hepatitis A und B (10 Jahre wirksam nach Grundimmunisierung)
  • trivalente und tetravalente Grippe
  • Japanische Enzephalitis
  • Meningokokken-Meningitis der Serotypen C, ACWY
  • Poliomyelitis
  • Tollwut
  • Typhus
  • Malariaprophylaxe

Nicht alle der aufgezählten Impfungen sind in jedem exotischen Land nötig. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie beispielsweise Hier. Lassen Sie sich zu aktuellen Empfehlungen aber unbedingt bei einem Facharzt/ einer Impfstelle oder im Tropeninstitut beraten.

Werden die Impfkosten vom Versicherer übernommen?

Reiseimpfungen zählen grundsätzlich nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Diese Entscheidung wurde durch den Gesetzgeber mit der Begründung getroffen, dass es sich bei Reisen in exotische Länder um individuelle Gründe handelt. Aus diesem Grund dürfen die Kosten nicht von der Solidargemeinschaft getragen werden.

Trotz dieser eindeutigen Regelung mit Verweis auf die Solidargemeinschaft gibt es jedoch eine große Anzahl privater und gesetzlicher Krankenversicherungen, die sich zur Kostenerstattung von Reiseimpfungen bereit erklären. Im Idealfall werden die Kosten komplett übernommen; teilweise bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Ob und in welcher Höhe die Impfkosten erstattet werden, muss bei der eigenen Versicherungsgesellschaft erfragt werden.

Im Gegensatz zu einem Großteil der gesetzlichen Kassen übernehmen allerdings nur acht der privaten Versicherungsgesellschaften die Kosten für Reiseimpfungen in voller Höhe und nur fünf abhängig vom abgeschlossenen Tarif. Von 124 großen privaten Krankenversicherungen übernehmen 13 Gesellschaften einen Teil der Kosten und 20 Gesellschaften lehnen die Kostenübernahme für Reiseimpfungen gänzlich ab.

Eine Grundvoraussetzung für die volle oder anteilige Kostenübernahme stellen die aktuellen Impfempfehlungen für das jeweilige Reiseland dar. Dieser Übersicht können Sie entnehmen, ob Ihre Krankenversicherung (GKV/ PKV) die Kosten für Reiseimpfungen vollständig oder teilweise übernimmt.

Reise-Impfung

Leistungsumfang der einzelnen Kassen im Rahmen der Reiseimpfung

Eine Reiseimpfung beinhaltet einen definierten Leistungsumfang, der komplett oder nur teilweise erstattet wird. Hier gibt es unterschiedliche Regelungen, die zur teilweisen oder kompletten Kostenübernahme führen.

  • Impfstoff
  • Impfleistung des Arztes
  • Beratung
  • Eventuell nötige Untersuchungen, die mit der Impfung im Zusammenhang stehen

Nachfolgend ein beispielhafter Auszug, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen die Kosten übernommen werden, wenn die Übernahme nicht zu 100 % erfolgt.

  • Übernahme in Höhe der Kassensätze oder als prozentueller Anteil
  • Vorlage von Originalrezept und Originalrechnung
  • Kostenerstattung bei Impfempfehlung
  • Erstattung der Impfstoffkosten bei STIKO-Empfehlung oder Empfehlung des Auswärtigen Amtes
  • bis zu einem von der Krankenversicherung definierten jährlichen Betrag

Vorgehensweise beim Antrag auf Erstattung

Durch die unterschiedlichen Regelungen kann hinsichtlich der Vorgehensweise beim Antrag auf Erstattung keine allgemeine Aussage getroffen werden. Ist eine Reiseimpfung über die Versicherungskarte nicht möglich, müssen unbedingt das Originalrezept und die Originalrechnung aufbewahrt werden. Diese werden nach durchgeführter Verabreichung der Impfung entsprechend den Vorgaben der jeweiligen Krankenversicherung mit dem Antrag auf Kostenerstattung eingereicht.

Die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Reiseimpfungen werden auf der Seite fit-for-travel.de beantwortet.

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