Sommer safe: die wichtigsten Policen für den Urlaub.

Krankheit, Unfall, Einbruch: Bevor es in den Urlaub geht, lohnt sich ein genauer Blick auf die Versicherungspolicen. Denn wenn unterwegs etwas passiert, ist das nicht nur unangenehm – es kann auch richtig teuer werden. Gut beraten ist deshalb, wer mit dem richtigen Versicherungsschutz auf Reisen geht.

Krankheit

Ein Unfall oder eine Erkrankung im Urlaub ist schon ungünstig. Richtig unangenehm wird es aber, wenn dann hinterher auch noch hohe Arztrechnungen anfallen, die von der Krankenversicherung nicht übernommen werden. Davor schützt eine Auslandsreise-Krankenversicherung.

Zwar übernehmen die deutschen Krankenversicherer für die meisten europäischen Länder über das Sozialversicherungsabkommen die Behandlung. Allerdings zahlen sie nur den in Deutschland vorgesehenen Gebührensatz. Übersteigt die Rechnung diesen – was etwa bei einer Behandlung in der Schweiz schnell passiert -, bleibt der Versicherte auf den Restkosten sitzen. Bei Ländern, für die das Abkommen nicht gilt, wird gar nichts bezahlt.

In beiden Fällen springt die Auslandsreise-Krankenversicherung ein. Man muss allerdings darauf achten, dass der Urlaub nicht länger dauert, als der Versicherungsschutz gilt. Viele Anbieter begrenzen den Schutz auf sechs Wochen am Stück. Mehrere längere Urlaube innerhalb eines Jahres sind dagegen meistens kein Problem. Außerdem bezahlt eine Police mit guten Bedingungen einen Rücktransport auch dann, wenn er vielleicht nicht zwingend notwendig, aber sinnvoll ist“, sagt Versicherungsexpertin Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. In der Regel kostet solch eine Police etwa zehn Euro pro Jahr.

Worauf Sie bei einer Auslandsreise-Krankenversicherung noch achten sollten, können Sie hier nachlesen.

Reiserücktritt

Ob sich ein finanzieller Schutz für den Fall lohnt, dass man den Urlaub gar nicht antreten kann, hängt dagegen vom Einzelfall ab. „Wenn es ein sehr teurer Urlaub wird, ist es sinnvoll“, sagt Becker-Eiselen. „Außerdem sollten Familien mit Kindern so eine Versicherung abschließen.“ Denn die Kleinen erkranken häufiger und heftiger als die Großen – und dann muss die ganze Familie daheimbleiben.

Allerdings zahlen Reiserücktritts-Versicherungen immer nur für unerwartet eingetretene Erkrankungen. „Menschen mit chronischen Leiden sollten sich die Reisefähigkeit deshalb vorab von ihrem Arzt bestätigen lassen“, rät die Verbraucherschützerin. Außerdem sollte auch immer ein Reiseabbruch-Schutz mit abgeschlossen werden. So hält sich der Schaden auch dann in Grenzen, wenn man den Urlaubsort krankheitsbedingt früher wieder verlassen muss.

Mehr zum Thema Reiserücktritt und Reiseabbruch können Sie in einem weiteren Blog-Artikel von uns nachlesen.

Unfall

Von einem gesonderten Unfallschutz nur für den Urlaub raten die Experten dagegen ab. „Gegen schlimme Unfälle und ihre Folgen sollte man am besten mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sein“, sagt Becker-Eiselen.

Darüber hinaus können sich Verbraucher generell darüber Gedanken machen, ob sie sich gegen die Folgen eines schweren Unfalls in der Freizeit schützen wollen. Eine solche Police kann im Ernstfall das nötige Kapital liefern, um bei Invalidität nötige Umbauten an Wohnung und Auto zu finanzieren. Hierfür sollte der Vertrag nicht weniger als 100 000 Euro bereitstellen.

Gepäck und Handy

Die Notwendigkeit eines Schutzes für Taschen und Koffer oder das Mobiltelefon ist in der Versicherungsbranche umstritten. Denn solche Policen ersetzen stets nur den Zeitwert, also den Wert der verlorenen oder gestohlenen Habseligkeiten zum jeweiligen Zeitpunkt. Der liegt gerade bei Kleidung und Elektronik aber weit unter dem Neupreis. Zudem sind etwa Flugreisende ohnehin versichert, wenn ihr Gepäck in der Obhut einer Fluggesellschaft verschwindet. Allerdings werden hier nur Schäden bis zu maximal 1.213 Euro ersetzt.

Am Strand lauern dann die Feinde moderner Elektronik: Wasser und Sand. Außerdem verschwinden von Liegen und Handtüchern häufig wertvolle Habseligkeiten wie das Smartphone Dennoch sei von einer Handy-Versicherung abgeraten: Das lohnt sich generell nicht – und schon gar nicht nur für den Urlaub. Denn solche Policen versichern ebenfalls stets nur den Zeitwert des Mobiltelefons – und der sinkt angesichts schneller Innovationen schon wenige Monate nach dem Kauf rapide.

Rechtsschutz

Wer bei juristischen Streitigkeiten rund um den Urlaub abgesichert sein möchte, sollte sich ins Kleingedruckte vertiefen. Moderne Rechtsschutz-Policen übernehmen auch die Kosten für Streitigkeiten außerhalb Deutschlands. Bei älteren Policen könnte dies dagegen nicht vorgesehen sein.

Allerdings geht es im Ernstfall oft auch ohne Assekuranz. „Bei Streitigkeiten ist entscheidend, immer alles gleich vor Ort zu dokumentieren und zu beanstanden“, sagt Becker-Eiselen. „Dafür braucht man aber keine Rechtsschutz-Police. Deshalb würde ich von einem Vertrag extra für den Urlaub abraten.“

Einbruch

Einbrecher müssen Reisende mit Hausratversicherung – zumindest aus finanzieller Sicht – nicht fürchten. Das gilt sowohl für den Urlaubsort als auch für die Wohnung daheim. Wenn während der urlaubsbedingten Abwesenheit eingebrochen wird, deckt die Hausratversicherung den Schaden ab. Wichtig ist dabei, dass tatsächlich eine Tür oder ein Fenster aufgebrochen wurde.

Der Schutz fürs Heim gilt außerdem nur für „dauerhaft bewohnte“ Häuser. Als solches gilt Ihr Heim, wenn die Reise je nach Police nicht länger als 42 bis 90 Tage am Stück dauert. Wer im Süden überwintern möchte oder eine ausgedehnte Weltreise plant, sollte sich vorher mit seinem Versicherer in Verbindung setzen.

Gegen äußere Schäden muss das Heim für den Urlaub nicht extra abgesichert werden. Schäden am Haus durch Naturgewalten während der Abwesenheit der Bewohner, sind durch die Gebäude- oder die Hausrat-Versicherung abgedeckt.

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