SPD verabschiedet sich von Bürgerversicherung

Im Nachgang der Bundestagswahl berichteten wir über die unterschiedlichen Ansätze zur Reform des deutschen Gesundheitswesens. Vor Beginn der Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien hat sich die SPD nun von ihren Plänen zu einer Bürgerversicherung verabschiedet. Ein 10-Punkte-Katalog mit Forderungen an eine große Koalition enthält das einstige gesundheitspolitische Kernthema der Sozialdemokraten nicht mehr.

Es ist fraglich, ob das Vorhaben Opfer eines Kompromisses mit insbesondere arbeitsmarktpolitischen Themen wurde oder die SPD das Projekt angesichts des Wahlergebnisses für aussichtslos hält. Außerdem bleibt abzuwarten, inwiefern die Neupriorisierung das von der Union lancierte Konzept einer Kopfpauschale in den Vordergrund rückt oder das Thema Gesundheitsreform gar keine Rolle in der Arbeit einer großen Koalition spielen wird.

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1 thought on “SPD verabschiedet sich von Bürgerversicherung

  1. Die Bürgerversicherung ist eh nur Augenwischerei bzw. etwas für Leute, die nicht rechnen können. Wie sollen bitteschön die 10% Privatversicherten dafür sorgen, das es den 90% gesetzlich Versicherten besser geht? Wenn man die 10% Privaten in die GKV holt, dann ist weder das demographische noch die medizinische Kostensteigerungs-Problem gelöst. Andere Frage – Warum geht bei der GKV jeder vierte Euro für die Verwaltungskosten drauf – das ist doch der Wahnsinn. Warum gibt es so viele Kassen obwohl bei gleichen Leistungen und kaum Unterschiede, ein bis 5 Kassen ausreichen würden.
    Die „Bürgerversicherung“ klingt sehr solidarisch, ist sie aber nicht und funktioniert auch nicht. Beispiele wie in England, Spanien, Österreich etc. gibt es genügend. da warten Patienten bis zu einem Jahr auf einen OP Termin.
    Warum einige PKV Gesellschaften teurer sind und höhere Anpassungen haben (Central, AXA, DKV, etc.) als andere haben, liegt an der Unternehmensform AG. Die müssen „Gewinne“ erzielen und treiben hohen Aufwand (viel TV-Werbung, Sponsorings und höhe Provisionszahlungen an die Vermittler). Es geht auch anders. Bei Versicherungsvereinen (Barmenia, Continentale, Debeka etc.) sind diese Kosten weit geringer und „Gewinne“ ge3hören den Versicherten Mitgliedern bzw. werden erst garnicht erwirtschaftet. Die Conti schaltet keine Werbespots. dafür ist sie in vielen Tarifen (z.B. Economy, Comfort) über Jahre hinweg Beitragsstabil. Mein Onkel (72Jahre) bezahlt im Economy mit 2-Bett/Chefarzt EUR 248,-. Er ist seit 1972 dort versichert und immer in aktuellen Tarifen versichert wenn die vorherigen Tarife geschlossen wurden. Darüber sollte man auch mal berichten und nicht immer nur die Beispiele der 70 jährigen Allianzversicherten, die in Alttarifen EUR 800,- bezahlen.

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