Was tun bei steigenden Beiträgen? 6 Tipps, wie Sie den Prämienerhöhungen begegnen können.

Besonders ältere Versicherungsnehmer sind immer wieder von Beitragssteigerungen in der PKV betroffen. Nach der Einführung von Unisex-Tarifen zum 21.12.2012 wurden alle bestehenden Bisex-Tarife für gesunde Neueinsteiger geschlossen, da sie nur noch Unisex abschließen dürfen. Für länger Versicherte bedeutet das, dass ihre Beiträge über kurz oder lang steigen müssen.

Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten für Versicherte, den Prämienerhöhungen zu begegnen.

  1. Höherer Selbstbehalt. Eine Möglichkeit der Beitragsersparnis besteht darin, mit seiner Versicherungsgesellschaft einen höheren Selbstbehalt zu vereinbaren. Da der Versicherer durch eine höhere Selbstbeteiligung ein geringeres Risiko trägt, fällt der Tarif in seiner Monatsprämie günstiger aus. Jedoch muss der Versicherte dann  logischerweise einen größeren Anteil an Kosten selbst übernehmen. Wenn Ihre Gesundheitskosten im Rahmen der Selbstbeteiligung bleiben,  können Sie allerdings bei vielen privaten Krankenversicherungen sogar von Beitragsrückerstattungen profitieren, sofern Sie innerhalb eines Kalenderjahres keine Rechnungen einreichen.
  2. Einschränkung des Leistungsumfangs, zum Beispiel durch Verzicht auf Chefarztbehandlung und Einbettzimmer im Krankenhaus. Das ist allerdings ist nur in den sogenannten Bausteintarifen, jedoch nicht in den Kompakttarifen möglich.
  3. Wechsel in die GKV. Der Wechsel  ist jedoch nicht ohne weiteres möglich. Eine der dafür notwendigen Voraussetzungen ist die Höhe des Bruttoeinkommens. Privatversicherte müssen damit unter die Versicherungspflichtgrenze fallen, um wechseln zu können. 2014 liegt diese bei  53.550 Euro im Jahr. Noch schwieriger ist der Wechsel für Freiberufler und Selbständige. Sie können sich nur dann gesetzlich versichern, wenn sie eine versicherungspflichtige Anstellung aufnehmen oder sich arbeitslos melden.
    Für Privatversicherte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, gibt es in der Regel keinen Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Außerdem könnten sie bei einem Wechsel ihre über mehrere Jahre hinweg aufgebauten Alterungsrückstellungen nicht mitnehmen.
  4. Wechsel der Versicherungsgesellschaft. Bei einem Wechsel des privaten Versicherers können Sie wesentlich günstigere Prämienangebote bekommen.  Schwierig kann es jedoch werden, wenn Sie Ihr bisheriges Leistungsniveau aufrechterhalten  möchten. Denn höherwertigen Leistungen steht oft eine Gesundheitsprüfung im Weg, die Ihren Versicherungsschutz unter Umständen mit höheren Prämien belegen kann. Außerdem gehen bei einem PKV-Wechsel Ihre über Jahre hinweg angesparten Alterungsrückstellungen verloren, da der Gesetzgeber erst seit 2009 die Portabilität der Rückstellungen vorschreibt.
  5. Wechsel in den Basistarif. Der unter Umständen günstigere Basistarif  orientiert sich an dem gesetzlich fixierten Höchstbeitrag der GKV und bietet den gesetzlichen Krankenkassen äquivalente Leistungen an. Der höherwertige Versicherungsschutz, für den Sie jahrelang gezahlt haben, besteht somit nicht mehr. Zu weiteren Mängeln des Basistarifs gehört die eingeschränkte Ärztewahl, da z. B. nicht alle Ärzte unter dem Höchstsatz der Gebührenordnung abrechnen möchten. Haben Sie sich für den Basistarif entschieden, werden Sie ohne erneute Gesundheitsprüfung nicht mehr in einen leistungshöheren Tarif wechseln können.
  6. Tarifwechsel innerhalb Ihres  Versicherungsunternehmens. Viele Versicherer haben andere gleichwertige PKV-Tarife mit geringeren Beiträgen im Portfolio. Nach § 204 VVG hat jeder Versicherte das Recht auf einen Tarifwechsel innerhalb seiner Gesellschaft. Der Vorteil eines internen Tarifwechsels liegt im Erhalt der angesparten Altersrückstellungen sowie der erworbenen Rechte. Da insbesondere das i.d.R. hochwertige PKV-Leistungsniveau erhalten bleibt, ist der Tarifwechsel sicherlich der Königsweg, den Beitrag zu reduzieren. Da die Tariflandschaft einer Krankenversicherung aber ziemlich unübersichtlich sein kann und die Versicherer dabei nicht an der für Sie günstigsten Lösung interessiert sind, lohnt es sich, bei der Tarifauswahl einen fachkundigen und von der Versicherungsgesellschaft unabhängigen Experten zu Rate zu ziehen.

Für weitere Informationen zum internen Tarifwechsel einfach hier klicken.

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2 thoughts on “Was tun bei steigenden Beiträgen? 6 Tipps, wie Sie den Prämienerhöhungen begegnen können.

  1. Hallo !
    Ich bin einer derjenigen, die von der diesjährigen Beitragserhöhung
    meiner privaten KV (DKV) gleich doppelt zur Kasse gebeten wurde.
    Das hat folgende – ziemlich komplizierte – Gründe:

    1. Ich war bei der DKV nur zu 30% mit einem Quotentarif versichert.
    2. Bis März 2013 erhielt ich 70% von der Beihilfestelle (RVK in NRW).
    3. Die Rentenversicherung zahlte mit zur Rente einen Zuschuss von
    ca. 75,oo € pro Monat. Bis dahin war also alles bestens !

    4. Die DKV erhöhte 2013 meinen monatlichen Beitrag ziemlich kräftig.
    5. Der Zuschuss meiner Rentenversicherung ist abhängig von der Höhe
    meines privaten Beitrags zur PKV.
    6. Ich hatte jetzt einen Anspruch an die Rentenversicherung von über
    80,oo € pro Monat.
    7. Das wiederum hatte zur Folge, dass ich laut Beihilfeverordnung NRW
    nur noch Anspruch auf 60 % der Krankheitskosten habe.
    8. Dadurch hätte ich zur jedem Rezept und Arztbesuch 10% selber zu
    zahlen. Das wäre noch nicht schlimm, jedoch eine stationärer
    Aufenthalt in einem Krankenhaus kann da schnell extrem teuer werden.
    9. Einen anderen Quotentarif mit 40% konnte mir die DKV nicht anbieten.
    Auch ein Tarifwechsel ging nicht, weil der erheblich teurer wäre bei
    viel weniger Leistung. Einen Versicherungswechsel kann man in meinem
    Alter komplett vergessen.
    10. DAS ENDE VOM LIED: Ich bin bei meinem alten Tarif mit 30%
    geblieben, zahle den höheren Beitrag aus der Routineerhöhung
    an die DKV u n d für jede Rechnung 10% selbst, egal ab Arzt, Rezept
    oder Krankenhaus. Meine Mehrbelastung aus dem ganzen Dilemma
    wird in diesem Jahr fast 1000 EURO betragen, und das bei nur einem
    Tag im Krankenhaus.

    Aber dafür hat die Rentenversicherung ja die Rente ab Juli kräftig erhöht,
    ich erhalte 0,25% mehr – ist das nicht schön ? 4,oo EURO mehr, und das
    jeden Monat. Da kommt echt Freude auf :-((

    Ich würde einmal gern mit Leuten sprechen, die in der gleichen Situation
    wie ich waren oder sind. Wie habt ihr das Problem gelöst ?

    Schönen Gruß an alle !
    HARTMUT

    • Wenn Sie noch keine Lösung gefunden haben, ich bin/war in der gleiichen Situation. Da habe ich ev. einen Tipp. Bei Interesse schreiben Sie mir.
      mfG H. Foerster

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