Wenn die Traumreise platzt: Was tun bei Reiseunfähigkeit und -abbruch?

Wer kurz vor dem Urlaub die Reise storniert, bleibt meist ganz oder anteilig auf den Kosten sitzen. Davor sollen Reiserücktrittsversicherungen schützen. Wir haben für Sie zusammengefasst, wann Sie eine Rücktrittsversicherung benötigen und worauf Sie dabei achten sollten.

Erfahrungsgemäß kommt es im Leben oft anders als man denkt. Auch für den Urlaub gibt es da leider keine Ausnahmen. Eine Reise kann noch so gut geplant sein: Wenn einer der Reisenden ernsthaft erkrankt, fällt der Traumurlaub ins Wasser. Das ist nicht nur bezüglich der Vorfreude auf die Erholungszeit enttäuschend, sondern ist auch finanziell ein Ärgernis, zumal sich die Deutschen ihren Sommerurlaub in der Regel einiges kosten lassen.

Wird eine Reise storniert, verlangt der Veranstalter meist Stornogebühren. Je kurzfristiger die Absage, desto höher fallen die Gebühren aus. Wer knapp vor der Abreise einen Rückzieher macht, bekommt meist gar kein Geld zurück. Auch bei Reiseabbruch bleiben Urlauber üblicherweise voll auf den Reisekosten sitzen.

Häufig ist eine Krankheit der Grund dafür, dass Reisewillige ihren Urlaub absagen müssen. Es kommt aber auch vor, dass jemand etwa wegen eines neuen Jobs eine lang geplante Reise nicht antreten kann.

Auch im Urlaub können Umstände auftreten, die Reisende dazu zwingen, früher als geplant nach Hause zurückzukehren. Eine akute Erkrankung, ein Todesfall daheim oder auch plötzliche Schäden am Haus, etwa durch Sturm oder Überschwemmung gehören zu unvorhergesehenen Gründen für den Reiseabbruch.

Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherungen sollen den finanziellen Schaden abwehren. Im Gegensatz zu einer Reisekrankenversicherung sind sie allerdings ein Kann, kein Muss. Die Policen lohnen sich vor allem für Menschen, die sehr oft verreisen, teure Urlaube planen oder krankheitsanfällige Kinder haben. Wer gegen einen Reiserücktritt oder -abbruch versichert ist, bekommt die Stornokosten ersetzt – in der Regel abzüglich eines Selbstbehalts. Deshalb sollte man vor Abschluss jeder Police die Höhe des Selbstbehalts prüfen.

Reisefreudige sollten sich überlegen, ob sie nur eine einzige Reise absichern wollen oder mit einer Dauerpolice die Reisen eines gesamten Jahres. Eine Jahrespolice lohnt sich auf jeden Fall für Vielreiser, da schon zwei Einzelpolicen teurer sein können als eine Absicherung für das ganze Jahr. Wenn man die Jahrespolice allerdings nicht rechtzeitig kündigt, verlängert sie sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Es wäre außerdem unklug, die Versicherung direkt beim Reiseveranstalter abzuschließen, da sie dort in der Regel teurer verkauft wird. Muss man sich sogar direkt im Reisebüro für eine Police entscheiden, bleibt oft keine Zeit, die Konditionen genau zu prüfen.

Für die Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen werden immer Nachweise für die Reiseunfähigkeit bzw. die Notwendigkeit eines Abbruchs verlangt. Bei krankheitsbedingter Reiseunfähigkeit muss man darauf zu achten, dass ein Arzt explizit Reiseunfähigkeit und nicht bloß die Krankheit attestiert.

Zu Sicherheit sollten Urlaubswillige sich vor dem Abschluss einer Police genau anschauen, welche Eventualitäten abgesichert sind. Schwierig ist es bei chronischen Krankheiten: Plötzliche Krankheitsschübe und Komplikationen im Urlaub oder kurz davor, die die Betroffenen zum Daheimbleiben zwingen, sind nicht immer mit abgesichert.

Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat kombinierte Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherungen verglichen. Bei den Einzeltarifen schnitten nur drei Versicherer im Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut ab: Allianz Global Assistance, Barmenia und Hanse Merkur. Zwar sind sie im Vergleich nicht die günstigsten, decken aber die meisten Eventualitäten ab.

Insgesamt variieren die Jahresprämien für Einzelpersonen – ohne Berücksichtigung des Selbstbehalts – zwischen 49 und 75 Euro. Die günstigste Police stammt von Cosmos Direkt.

Familien, die sich besonders günstig absichern wollen, sind mit dem Tarif von Travel Protect gut bedient.

Einen detaillierten Vergleich von Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherungen für einen Erwachsenen können Sie sich hier anschauen:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/handelsblatt-testet-ueberblick-1-die-besten-reiseruecktrittsversicherungen-fuer-erwachsene/14424292-2.html

Hier finden Sie einen von der Ratingagentur Franke und Bornberg abgebildeten Vergleich für Familien: http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/handelsblatt-testet-ueberblick-2-vergleich-fuer-eine-familie/14424292-3.html

 

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2 thoughts on “Wenn die Traumreise platzt: Was tun bei Reiseunfähigkeit und -abbruch?

  1. Hallo! Die Hinweise sind sehr gut dargestellt.
    Ich bin mit meiner Frau ein sogenannter Vielreisender.
    Im November nach Thailand und im Februar in die
    USA,Wir sind in der ERV Yu Travel für ein Jahr Versichert.
    Die Jahresversicherung lohnt sich für uns beide.
    Meine Frage was passiert mit den anderen Partner wenn
    eine Person die Reise nicht antreten kann? Haben ja gemeinsam
    gebucht und Sicherungsschein gilt ja auch für beide.Sind 66 und 71 Jahre alt!
    EINE AUSLANDSKRANKENVERSICHERUNG besteht auch.Auch

    • Sehr geehrter Herr Rauchfuß,

      im Fall einer Stornierung der Reise bemisst sich der Erstattungsbetrag am Reisepreis. Wenn Sie und Ihre Partnerin einen Familientarif haben, so gilt in der Regel der Gesamtpreis als Reisepreis. Für allein reisende versicherte Personen gelten maximal die Versicherungssummen der jeweiligen Tarife für Einzelpersonen.
      Wie es sich im Einzelfall genau verhält, ist aber nur den Tarifbedingungen Ihres versicherten Tarifs zu entnehmen bzw. mit dem Versicherer selbst zu klären.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team

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