Wenn Rentner ihre PKV-Beiträge nicht mehr aufbringen können..

Ein umfangreicher Krankenversicherungsschutz im Rentenalter ist zwingend erforderlich, da viel häufiger schwere Erkrankungen auftreten als in jungen Jahren. Auf Grund dessen sind Versicherte auf komplexere Behandlungen angewiesen.

Mit dieser Problematik wandte sich Herr B. Müller an unsere Redaktion. Er ist 59 Jahre alt, bei der Stadt Hamburg angestellt, glücklich verheiratet und hat zwei Kinder (9 und 15 Jahre). Langsam rückt die Rente näher. Herr Müller hat seine private Krankenversicherung vor Jahren als Familienversicherung bei der DKV abgeschlossen. Ihm ist bewusst, dass diese mit dem Renteneintritt entfallen wird. Demzufolge müssen seine Kinder und seine Frau ihre Beiträge trotz kleiner Einkünfte selbst bezahlen.

Herr B. Müller zahlt einen monatlichen Beitrag von 569,33 Euro exklusive einer jährlichen Selbstbeteiligung in Höhe von 600,00 Euro. Mit Vollendung des 60. Lebensjahres darf er sich über den Wegfall des gesetzlichen Zuschlages in Höhe von 10% zur Bildung von Altersrückstellungen freuen. Zudem entfallen dann ebenso seine Krankenhaustagegelder. Da Herr Müller keine Zusatzversicherung zur Beitragssenkung im Alter abgeschlossen hat, oder für ausreichend Altersbezüge gesorgt hat, muss er einen großen Teil seiner Rente für die private Krankenversicherung zahlen. Aus diesem Grund ist ihm der Gedanke gekommen, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Allerdings ist ihm der Weg dorthin verschlossen, da er das 55. Lebensjahr bereits überschritten hat. Was bleiben ihm jetzt noch für Möglichkeiten? Muss er sich die hohen Beiträge gefallen lassen?

Unsere Antwort darauf ist: „NEIN! – Auch Rentner müssen sich keine hohen PKV-Beiträge gefallen lassen.“

Um den hohen Kosten zu entkommen, gaben wir Herrn B. Müller folgende Möglichkeiten einer Beitragssenkung mit auf den Weg:

Leistungskürzung

Um Geld zu sparen, könnte Herr Müller natürlich auf einige teure Leistungen wie z. B. den Chefarzt oder das Einbettzimmer im Krankenhaus verzichten. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Leistung des Heilpraktikers zu stornieren, sofern kein Bedarf besteht.

Eine Leistungskürzung sollte aber gut überlegt sein, da man gerade im höheren Alter öfter auf Behandlungen angewiesen ist, für deren gute Qualität man sein Leben lang in die private Krankenversicherung eingezahlt hat.

Erhöhung der Selbstbeteiligung

Durch die Erhöhung der Selbstbeteiligung innerhalb des aktuellen Tarifes von Herrn B. Müller könnte er von 600,00 Euro auf zum Beispiel 1.200,00 Euro aufstocken. Dadurch trägt er ein sehr geringes Risiko. Der Tarif fällt in seiner Monatsprämie günstiger aus, jedoch muss Herr Müller dann einen umfangreicheren Kostenanteil selber übernehmen. Sofern er innerhalb eines Kalenderjahres keine Rechnungen einreicht, kann er von Beitragsrückerstattungen profitieren.

Wechsel in einen Basistarif

Seit dem 01.01.2009 bietet die private Krankenversicherung den gesetzlich vorgeschriebenen Basistarif an. Der Basistarif der PKV unterscheidet sich deutlich von der anderen Produktpalette der Gesellschaften. Der für die PKV typische höherwertige Versicherungsschutz besteht im Basistarif nicht. Wer im Basistarif versichert ist, hat nur eine eingeschränkte Arztwahl. Der Versicherungsschutz umfasst nur die Behandlung bei kassenärztlich zugelassenen Ärzten. Dies bringt vielleicht eine Ersparnis, aber keine gute Alternative für Herrn Müller. Würde er sich für den Basistarif entschieden, wäre sein Versicherungsschutz, für den er Jahrzehnte lang gezahlt hat, bedeutend eingeschränkt. Zudem könnte er ohne erneute Gesundheitsprüfung nicht mehr in einen leistungshöheren Tarif wechseln können.

Wechsel der Versicherungsgesellschaft

Eine weitere Möglichkeit ist der Wechsel der Gesellschaft. Hier gibt es eine enorme Auswahl an Tarifmöglichkeiten in allerlei Preiskategorien. Ein großer Nachteil beim Wechsel der Gesellschaft ist, dass alle Altersrückstellungen von Herrn Müller, welche über Jahre angesammelt wurden, verfallen. Denn der Gesetzgeber schreibt erst seit 2009 die Portabilität der Rückstellungen vor.

Wechsel innerhalb einer Versicherungsgesellschaft

Herr Müller kann auch als Rentner seine Beiträge reduzierten, ohne dabei auf Leistungen verzichten zu müssen. Die effektivste Variante ist ein Tarifwechsel innerhalb der aktuellen Gesellschaft. Seit 2009 bietet sich diese Möglichkeit, welche im § 204 des Versicherungsgesetzes (VVG) niedergeschrieben ist. Dieser Paragraph sagt aus, dass jeder Versicherte, auch ohne erneute Gesundheitsprüfung, das Recht auf einen Wechsel hat. Hierbei ergibt sich ein großer Vorteil: Die angesparten Altersrückstellungen bleiben erhalten. Wird ein solcher Wechsel professionell durchgeführt, kann sogar eine Beitragsreduzierung ohne Verlust von Leistungen erreicht werden. Auf der Suche nach einem gleichwertigen Tarif innerhalb der Versicherung lohnt es sich für Herrn Müller, professionelle, fachkundige und unabhängige Experten aufzusuchen.

Unsere Redaktion empfiehlt den Wechsel innerhalb einer Gesellschaft.

Für weitere Informationen zum internen Tarifwechsel einfach hier klicken. 

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35 thoughts on “Wenn Rentner ihre PKV-Beiträge nicht mehr aufbringen können..

  1. Hallo,
    ich bin Rentner (67) und im Basistarif versichert.
    Ja, das was Sie beschreiben ist derzeit der einzige Weg, meines Wissens nach.
    Ich bin derzeit dabei, Personen zu suchen die mitmachen bei einer Initiative zu Gesetzesänderungen.
    Ich wende mich an die Verbraucherzentrale, Bund der Versicherten, Petition an den Bundestag, und an das Gesundheitsministerium.
    Ich warte nur noch einen Gerichtstermin gegen meine PKV ab.
    Gruß

    • Ich würde ich an ihrer Initiative Petition an den Bundestag zur Gesetzesänderung beteiligen. Es kann doch nicht sein dass Personen über 55 Jahren allein auf Grund ihres Alters und ihrer Vorversicherung eine Rückkehr zu der gesetzlichen vorgeschrieben Krankenversicherung verweigert werden darf.

      • Ich beteilige mich an der Petition und bitte Sie diese auch in meinem Namen weiterzuleiten.
        Bitte übersenden Sie mir den Text der Petition, damit ich noch weitere Senioren dafür werben kann.

        Viele Grüße

        Karl- Heinz Kühl

        • Bin auch in der P K V gefangen u. weiss nicht daraus zu kommen Basis Tarif ist nichts günstiger nur schlechtere Leistungen. Das Thema sollte man im Fernsehen mal publik machen Es ist eine einzige Katastpophe Es muß doch möglich sein per Gesetz das man wieder gesetzl. verssichert werden kann wer kann sowas anpacken Bitte um Information

          • Sehr geehrter Herr Epping,
            vielen Dank für Ihre Rückmeldung! In der Tat sieht die Gesetzgebung i.d.R. nicht vor, dass privat Versicherte nach Vollendung des 55. Lebensjahres noch in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln können.
            Hinsichtlich des Basistarifs ist Ihre Einschätzung durchaus passend.
            Möglicherweise ist auch für Sie die Prüfung auf etwaige günstigere Tarifalternativen mit immer noch hohem Leistungsniveau eine zielführende Option.
            Mit freundlichen Grüßen
            Ihr BLOG-für-Privatpatienten-Team

    • Hallo Herr Knaus, ich mache mit bei Ihrer Initiative, mein Stimme können Sie jederzeit haben.
      Ich bin seit 2 Monaten in Rente, und meine Beiträge an meine PKV sind erheblich, leider kommt man nach dem 55 Lebensjahr aus diesem Vertrag nicht mehr raus, der Weg in die gesetzliche ist verschlossen, und genau dass ist unmöglich.
      Man ist gezwungen, in der teuren PKV zu bleiben, mit Basistarif.
      Gruß A. Kirchen

    • Zahle ebenfalls seit 1.2018 keine Beiträge mehr in die PKV war im Basistarif mtl. jetzt 345€ PV 44,50€ meine Rente 610€ ich bin nicht mehr bereit weiter diese Beiträge zu zahlen es muß doch möglich sein in Not geratene Menschen wieder in die GKV aufzunehmen .
      Ich möchte mich anschließen gegen diese ungerechtigkeiten rechtlich vorzugehen zumal 100000 und mehr Zugereiste kostenlos von uns Bürgern „versichert2 sind.

      Wolfgang Hoeher

  2. Auch ich finde es unerträglich, dass die PKV-Beiträge für alle Freiberufler im Rentenalter zur Schuldenfalle Nr. 1 werden.
    Wie kann ich ( 72 Jahre alt ) einen Basistarif ( trotz Bürgerentlastungsgsetz) zahlen bei einer Rente von 760.-? Und dabei bin ich auch nach einem Wechsel des Tarifs inerhalb der Allianz nur zu etwa 2/3 der Ausgaben für Behandlungen und Medikamente versichert, habe immer wieder hohe Ausgaben z.B. für Physiotherapie.
    Ich bin sofort für eine Petition wie sie Herr Knaus vorhat und bitte diese auch in meinem Namen zu erstellen.
    Freundliche Grüße aus Berlin
    Ulrike Rietz

  3. ich bin durch niedrigste beiträge in die pkv gelockt worden und jetzt wird mir schon himmelangst wenn ich in sechs jahren in rente gehe,kann schon jetzt kaum meine Medikamente zahlen bin Diabetikerin. die pkv müßte man abschaffen ,wo bleibt da die Menschenwürde

  4. Ich bin gerade dabei gegen das Gesetz 55 zu Klagen, weil,wenn ich für ein Jahr ins Europäische Auland wie Holland-Belgien-etc -wo es eine geseztliche Krankenpflichtversicherung gibt,meinen Wohnsitz verlege,ist danach die gesetzliche deutsche KV verpflichtet mich aufzunehmen ,egal wie alt ich bin ,oder wie lange ich vorher Privat KV versichert war. Ich will gerichtlich geklärt wissen ob EU_Recht vor Deutschem Recht geht. in meinem Fall versucht die BEK die Klage seit gut 2 Jahren immer zu verzögern weil mir kein Ablehnungsbescheid ertrilt wird,
    Deutsche Politikre haben für alles auf der Welt Milliarden Beträge -nur für die eigene Bevölkerung nichts.

    • Guten Tag Herr Schnitzler! Eine Frage : Haben Sie was erreicht in Sache des Gesetzes 55 …MfG Ich persönlich habe so die Schnauze voll von dieser DKV …mir platzt bald der Kragen!!

  5. Sehr lobenswert o.g. Beiträge, bes. von Diethelm Schnitzler. Wie kann man diese Ungerechtigkeit beenden? Gibt es eigentlich eine Partei, die die Interessen der „Alten“ vertritt? Mit der neuerlichen Beitragserhöhung in der PKV ist die hochgelobte Rentenerhöhung „aufgefressen“. Wir unterstützen die Klage, wenn möglich bis zum EGH. Melden Sie sich bitte, Herr Schnitzler, wenn sie Unterstützung brauchen.

  6. Die o.g. Darstellungen der Ungerechtigkeit wären für unsere derzeitige politische „Elite“ nicht nachvollziehbar, da ihr das gesamte Realitätsbewusstsein abhanden gekommen ist. Herr Bochmann kann sich eigentlich darüber freuen, dass nur die PKV-Beitragserhöhung die hochgelobte Rentenerhöhung „aufgefressen“ hat.
    Bei mir waren es sogar volle 5 Rentenjahre, die von der Rentenversicherung kassiert, sprich gestohlen wurden.
    Wer die Gerechtigkeit in D sucht wird sich auf einen langen und nie endenden Weg machen müssen. Reihen wir uns also besser ein in die langen Schlangen der bei uns „Schutzsuchenden“, damit uns kostenlose Hilfe in Bezug auf Medikamentenversorgung, ambulante und stationäre Behandlung, Operationen und Heilung von der „Staatlichen Krankenkasse“ zuteil wird.

  7. Mein Name ist Diethelm Schnitzler.
    Ich habe im Dezember 2015 darüber geschrieben ,dass ich die PKV-Beiträge nicht aufbringen kannund Klage einzureichen mit dem Zieltrotz meinem Alter 60 Jahre Rentnerin die BEK aufgenommen zu werden.Letzte Woche habe ich endlich nach fast zwei Jahren den Ablehnungsbescheid erhalten.
    Jetzt ist Klage eingereicht worden mit folgender Begründung— WEnn ich meinen ERstwohnsitz zum Beispiel nach Holland verlege, dort ca ein Jahr gemeldet bin-ich automatisch gesetzlich Krankenversichert bin.
    Wenn ich dann meinen Erstwohnsitz wieder nach Deuschland verlege,eine Pflichtkrankenversicherungsbescheinigung erhalte.
    Mit dieser Bescheinigung hat mich die BEK aufzunehmen ohne Alterbegrenzung oder all der anderen Ablehnungskriterien.—Ich gedenke diese Klage bis zum Europäischen Gerichtshof durchzuziehen.

    Ich tue dies un all den Menschen zu helfen die von der Politik alleine gelassen werden.–Im Übrigen sollten alle Lobbyisten in allen Bundes und Landesparlamenten verboten werden,soweit Diese von Industie oder Reichen Privatleuten bezahlt werden.
    ES gibt genügend Fachleute an Universitäten welch gefragt werden können.—Diese sind wirklich unabhängig und keinem Geldposten verpflichtet.

    Mit freundlichem Gruss

    Diethelm Schnitzler

    • Hallo, gibt es bei Ihnen ein Ergebnis? Ich trage schon seit einiger Zeit den GEdanken, Klage auf Aufnahme in die gesetzliche KV zu erheben. Allein die Kostenfrage läßt mich da noch zögern.
      Gruß
      KHL

  8. Mache bei jeder Pedition und Klagen gegen den Basistarif mit
    2017
    Juhu meine Rente hat sich erhöht um 15 Euro. Bekomme un 345.81 Rente
    Miete hat sich um 45 Euro erhöht
    Krankenkasse Baistarif hat sich um 18 Euro erhöht. Zahle nun 723 Euro.
    Und das soll sozial sein.
    Mit anderen Worten ist meine Krankenkasse über doppelt so viel wie meine Rente ist.
    Habe ja etwas Kapital, hat mir sehr geholfen als es noch Zinsen gab. Nun macht mich der Staat zum Sozialfall

    ,

  9. Ich habe leider erst jetzt diesen Blog gelesen. Ich bin 59 Jahre alt und war einige Jahre selbständig. Ich habe eine PKV abgeschlossen, weil die Leistungen wesentlich besser als bei der GKV waren. Auch die Beiträge waren günstiger. Jetzt sieht es anders aus. Schon jetzt habe ich Probleme, die Prämien zu zahlen. Ich habe das Glück, jetzt wieder Angestellter zu sein, komme aber aus der PKV nicht mehr raus. Auc hein WEchsel zum Basistarif wäre a nicht wesentlich günstiger und b die Leistungen wesentlich schlechter. Kann ich die Prämie definitiv nicht mehr zahlen, werde ich in einen Notlagentarif gestuft. Ich zahle dann immer noch einen Beitrag von ca. 75,00 € mtl. und habe nur Leistungen bei „akuten Schmerzzuständen“. Gott sei dank bin ich noch relativ gesund. Aber bei einer chronischen Krankheit wäre das das AUS!! Das verstößt meiner Meinung nach gegen die Menschenwürde. Ein menschenwürdiges Leben im Alter bei chronischer Krankheit ware nicht mehr möglich. Dafür hat man jahrelang geareitet. Ich mache bei jeder ARt on Petition gegen das aktuelle GEsetz mit. Bitte um mehr Info. Das Thema muss öffentlich gemacht werden.

  10. Rentner haben keine Lobby,dies sollte ein Grund sein sich einer Partei anzuschließen die die Interessen der Rentner vertritt.Geld für Flüchtlinge ist ausreichend vorhanden für die deutschen Rentner aber nicht,da läuft mächtig was schief in diesem Staat.Auch ich will mich dieser Pedition anschließen und für ein gerechteres Rentnerdasein zu kämpfen

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