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Erneute Beitragsanpassungen zu 2014. Was sind die Hintergründe, und wie kann ich darauf reagieren?

Es ist wieder so weit. Zum Jahr 2014 haben zahlreiche private Krankenversicherer erneut Beitragserhöhungen angekündigt. Dies haben ARAG, LKH, Hallesche, AXA, HanseMerkur, UniVersa und Deutscher Ring bereits öffentlich mitgeteilt. Dabei haben einige dieser Gesellschaften erst im letzten Jahr ihre Beiträge drastisch erhöht.
Die Debeka, Barmenia und Allianz dagegen haben für ihre Bestandskunden  zunächst eine Beitragsgarantie ausgesprochen. Aber auch die scheinbar garantierte Stabilität sieht zahlreiche Ausnahmen vor.

Wer ist von den Beitragsanpassungen betroffen?

Betroffen von den Beitragssteigerungen in der PKV sind insbesondere langwierige Bestandskunden, die in noch in den alten Bisex-Tarifen versichert sind. Männer mussten in den alten Bisex-Tarifen in der Regel deutlich geringere Beiträge zahlen. Grund hierfür war die geringere Lebenserwartung und weniger Inanspruchnahme von Leistungen. Nun müssen vor allem sie mit einer Erhöhung ihrer Beiträge rechnen. Bei der AXA beispielsweise sollen in 18 von 33 Tarifen zur Vollversicherung für Männer die Beiträge steigen, bei den Frauen gilt dies nur in 11 Tarifen.

Kunden sollten über einen Tarifwechsel nachdenken.

Anders als die GKV kann die private Krankenversicherung bei steigenden Gesundheitskosten keine Leistungskürzungen vornehmen. Deshalb müssen Monatsbeiträge nach oben hin angepasst werden. Eine Möglichkeit für die rund neun Millionen PKV-Kunden, höhere Beiträge auch ohne Leistungseinbußen abzumildern, ist der Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft.
Nach § 204 VVG hat jeder Versicherte das Recht auf einen Tarifwechsel innerhalb seiner Gesellschaft, auch ohne erneute Gesundheitsprüfung. Der Vorteil eines internen Tarifwechsels liegt im Erhalt der angesparten Altersrückstellungen sowie der erworbenen Rechte. Ist kein interner Tarifwechsel möglich, bleibt als möglicher Ausweg auch der Wechsel der Versicherungsgesellschaft. Dieser Schritt sollte jedoch gut durchdacht sein, da er mit Nachteilen und Risiken behaftet sein kann.

Gründe für Beitragsanpassungen

Neben der Kostensteigerung im Gesundheitswesen, dem demographischen Wandel und der Einführung der Unisex-Tarife Ende 2012 hat vor allem die Absenkung des Rechnungszinses bei vielen privaten Krankenversicherern die Monatsprämien in die Höhe getrieben. Grund hierfür ist die aktuelle Marktlage, die das Erwirtschaften der Zinsen schwierig macht. Diese Zinsen werden jedoch von den Versicherern benötigt, um die Gesundheitskosten ihrer Kunden zu decken. Die von mehreren Versicherern bereits vorgenommene Senkung des Rechnungszinses von 3,5% auf 2,75% hat zur Folge, dass Kunden in Neuverträgen höhere Beiträge zahlen. Ab 2014 wird der niedrigere Rechnungszins aber auch die Prämien der Bestandskunden beeinflussen.

Prämien-Prognose für Bestandskunden

Zunächst waren bei den meisten Versicherungsgesellschaften zwar nur Neukunden von einer Beitragserhöhung betroffen.  Jedoch mussten durch die anhaltende Zinsflaute über kurz oder lang auch für Altverträge Konsequenzen gezogen werden.
Zurzeit haben sich sieben Versicherungsgesellschaften offiziell zur Verteuerung der Altbestände bekannt, darunter die Branchenriesen  AXA und Central. Die jüngste Überprüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ergab, dass 18 Unternehmen in der Zukunft den Rechnungszins von 3,5% nicht mehr erreichen werden, sodass auch Versicherte anderer PKV-Anbieter von der Beitragserhöhung nicht verschont bleiben. Wer zu den betroffenen Konzernen gehört gab die Finanzaufsicht jedoch nicht bekannt.


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