Sie finden diese Informationen hilfreich? Dann weisen Sie auch Ihre Freunde und Bekannten in sozialen Netzwerken darauf hin!
Facebook

PKV Rechnungszins – Wie wirkt er sich auf die Beiträge meiner privaten Krankenversicherung aus?

Steigende Ausgaben für Gesundheitskosten, Einführung von Unisex-Tarifen und nun die Absenkung des Rechnungszinses - viele Faktoren wirken sich auf die Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) aus. Zum Jahresende senkten Branchenriesen, darunter die DKV, Allianz und Debeka, den Rechnungszins. Statt wie bisher 3,5 Prozent wollen die Gesellschaften künftig nur noch 2,75 Prozent garantieren. Die Finanz- und Versicherungsmathematiker der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) hatten diese Zahl ausdrücklich empfohlen, um den Rechnungszins der aktuellen Marktlage anzupassen. Kunden werden dies an Hand höherer Beiträge zu spüren bekommen.

PKV Rechnungszins
Garantiezins
Der garantierte Rechnungszins ist der vom Versicherer vertraglich zugesagte Mindestzins bei privaten und betrieblichen Lebens-, Kranken- und Rentenversicherungen. Der Zinssatz gilt für die gesamte Vertragslaufzeit und wird den Kunden nach Abzug der Kosten für Vertrieb und Verwaltung auf den Sparanteil der Beiträge gut geschrieben.
Für jeden Kunden legen die privaten Versicherer Geld für steigende Behandlungskosten im Alter (Alterungsrückstellungen) zurück. Das Kapital wird angelegt und verzinst. Von den Zinseinnahmen werden dem Kunden dabei höchstens 3,5 Prozent garantiert. Damit liegt der garantierte Rechnungszins in der PKV doppelt so hoch wie der Garantiezins in der Lebensversicherung (1,75 Prozent).
Diese garantierten Zinseinnahmen sind wie gezahlte Beiträge zu betrachten und dienen unter anderem als Kalkulationsgrundlage für den Tarifbeitrag.

Überzins

Dem PKV-Kunden stehen zusätzlich die über den garantierten Zins von 3,5 Prozent hinausgehenden Zinserträge zu mindestens 90 Prozent zu. Dieser Zinsanteil wird „Überzins“ genannt und der Alterungsrückstellung gutgeschrieben. Der Überzins beeinflusst somit den Beitrag des Versicherungsnehmers im Alter und kann auch die Höhe der Beitragsanpassungen beeinflussen.

Wegen der anhaltend niedrigen Kaptalmarktzinsen kann es künftig sein, dass ein PKV-Anbieter den Mindestzins von 3,5 Prozent nicht mehr erwirtschaften kann. Deshalb empfiehlt die DAV eine freiwillige Absenkung des Rechnungszinses für die ab 21. Dezember 2012 geltenden Unisextarife von 3,5 auf 2,75 Prozent. Die gesetzlich vorgeschriebene 90-prozentige Gutschrift des Überzinses gilt nach wie vor.

PKV Rechnungszins. Beitragsentwicklung

Da im Geschäftsmodell der PKV im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung Rückstellungen gebildet und verzinst werden, wirkt sich der Zinsrückgang direkt auf die Beiträge der Versicherten aus.
Je mehr Zins die Versicherungen erwirtschaften können, desto geringer ist dabei der erforderliche Tarifbeitrag. Eine Absenkung des Rechnungszinses erfordert daher eine Beitragssteigerung. Die erforderlichen Mittel müssen entweder aus Beiträgen oder Zinsen erwirtschaftet werden.
Die geringere Verzinsung des Sparanteils führt zunächst zu höheren Beiträgen für Neukunden. Denn für diese muss ein größerer Betrag zurückgelegt werden, um die gleiche Rückstellung für das Alter zu erreichen.
Grundsätzlich lässt sich also sagen: Je höher der garantierte Rechnungszins, desto geringer sind die aktuellen Beiträge bei identischen Garantieleistungen. Je niedriger der Überzins, desto weniger die Mittel für die Alterungsrückstellungen, d.h., der zusätzliche Anlagebetrag sinkt.

Ab wann gilt die Absenkung des Rechnungszinses?

Nur für PKV-Käufer von neuen, ab dem 21. Dezember geltenden Unisextarifen gilt der abgesenkte Rechnungszins von 2,75 Prozent. Bei Bestandskunden mit Altverträgen bleibt zunächst alles, wie es war: 3,5 Prozent Rechnungszins als garantierte Direktgutschrift auf die Alterungsrückstellungen zuzüglich 90 Prozent des Überzinses. Die Tarife für 2013 sind bereits kalkuliert und genehmigt worden. In der nächsten Preisrunde zum Jahreswechsel 2013/2014 droht den PKV-Kunden allerdings eine Erhöhungswelle.

Die DGFP - Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten mbH - setzt sich auf Ihren Wunsch hin intensiv mit Ihrem Krankenversicherungsschutz auseinander. Aus dem komplexen Tarifsystem Ihrer privaten KV werden unsere Experten für Ihre individuelle Situation passende Versicherungslösungen herausfiltern und Ihnen bei einem Tarifwechsel unterstützend zur Seite stehen.

Haben Sie noch Fragen? Dann bieten wir Ihnen gern folgende Möglichketen:

Zurück